Signet Peter Kittel Initialen

Peter-K-Webseiten


Hauptseite

Sitemap


Letzte Änderung / Last update: 2026-Jul-19

Brillenstärke messen

Normalerweise kann man die Stärke einer Brille ja an einem standardmäßigen Aufdruck auf der Innenseite eines ihrer Bügel ablesen. Aber ich habe nun ein gutes Stück, das schon 30 Jahre auf dem Buckel hat. Das war damals meine erste Brille, da habe ich mir auch eine solide, nette Ausführung geleistet, aber so einen Aufdruck finde ich heutzutage nicht (mehr).

Da diese gute Brille aber schon so betagt ist, will ich zumindest wissen, wie stark sie ist, damit ich mir früh genug eine Reserve zulegen kann. Wie also diese Brillenstärke messen? Im Prinzip ganz einfach, ich bin schließlich Physiker und habe jahrelang mit Messapparaturen auch mit Linsen gearbeitet. Tägliches Brot also. Eigentlich.

ACHTUNG: Nur für konvexe Sammellinsen!

ACHTUNG: Die im Folgenden beschriebene Messmethode funktioniert nur bei konvexen Brillen mit positiver Brennweite, wie sie bei Weitsichtigkeit verwendet werden. Konkave Brillen mit negativen Brennweiten, wie sie bei Kurzsichtigkeit benutzt werden, kann man damit leider nicht messen.

Ansonsten kann man so natürlich auch irgendwelche sonstigen konvexen Sammellinsen oder Lupen vermessen.

Was muss man denn messen? Wir brauchen die Brennweite der Linse. Also einfach die Brille in die Sonne halten, kurz über dem Boden, und dann so lange verschieben, bis am Boden ein scharfer Lichtfleck erscheint. Dann hat die Linse genau den Abstand ihrer Brennweite vom Boden. Oder von ihrem Mittelpunkt zu jenem Punkt am Boden, wenn das Licht schräg ankommt.

Und ich bestehe darauf, die Sonne als Lichtquelle zu verwenden und nicht irgendeine Lampe oder Kerze in der Wohnung: Da wird es sofort kompliziert mit der Auswertung der Brennweite.

Na gut, dann hat man die Brennweite. In Zentimetern oder wahlweise auch in Metern. Aber die Brillenstärke wird doch in Dioptrien angegeben. Wie komme ich denn nun da hin? Es reicht netterweise eine einzelne, nicht komplizierte Rechnung: Man muss die Brennweite in Metern angeben und dann den Reziprokwert nehmen, also 1 durch jenen Meterwert. Und schon hat man die Dioptrie-Zahl der Brille.

1
Dioptrie-Zahl = 
—————————
Brennweite in Metern

Beispiel: Man hat als Brennweite 50 cm, also einen halben Meter, bestimmt. Und dann der Reziprok- oder Kehrwert: 1 / (1/2 m) = 2 / m, und das sind 2 Dioptrien.


Das Papier am Ende des Zollstocks

Ja, alles klar. Aber das war mir alles zu fummelig. Das wollte ich ein bisschen strukturierter und stabiler hinbekommen. Meine Idee: Ich nehme so einen Gliedermaßstab, vulgo Zollstock, und bringe an dessen Ende ein Stück Papier an, auf das ich das Sonnenlicht konzentrieren will. Dann stelle ich mich mit dem Rücken zur Sonne, lege mir den teilweise aufgeklappten Zollstock über die Schulter und verschiebe dann die Brille so weit längs des Zollstocks, bis ich jenen scharfen Lichtpunkt auf dem Papier bekomme.

Die Szenerie sieht dann also ungefähr so aus:

Und hier die Bauanleitung für den Papierteil der Anordnung.

Diese Bilder können Sie im Browser per Rechtsklick und "Grafik speichern unter ..." herunterladen und auf Ihrer eigenen Festplatte abspeichern. Mit einem Grafikprogramm können Sie die Grafik dann so ausdrucken, dass sie jeweils ein DIN-A4-Blatt komplett ausfüllt. Und zwar beide im Hochformat, damit das Ergebnis blattfüllend herauskommt. Dann noch mit einer Schere oder einem Messer die Schnitte anbringen, an zwei Stellen Heftklammern tackern oder Büroklammern oder einen Tropfen Kleber verwenden, und schon kann das Teil benutzt werden.


Aber das war mir alles ein bisschen zu kompliziert. Also habe ich es auf ein einziges Blatt Papier komprimiert, das am Ende auch nur halb so groß ist:

Dieses Bild können Sie im Browser per Rechtsklick und "Grafik speichern unter ..." herunterladen und auf Ihrer eigenen Festplatte abspeichern. Mit einem Grafikprogramm können Sie die Grafik dann so ausdrucken, dass sie ein DIN-A4-Blatt komplett ausfüllt. Und zwar im Hochformat, damit das Ergebnis blattfüllend herauskommt. Dann noch mit einer Schere oder einem Messer die Schnitte anbringen, an einer Stelle eine Heftklammer tackern oder Büroklammer oder einen Tropfen Kleber verwenden, und schon kann das Teil benutzt werden.


So, und wenn das alles fertig ist, kann man es in Betrieb nehmen. Die Skizze ist ja auch auf dem Blatt zu sehen:

  • Das Papier drucken, falten, schneiden und tackern.
  • Den Zollstock durch die beiden Laschen auf der Bodenfläche stecken und bis zur nächsten Papierfalte vorschieben.
  • Den Zollstock auf vier oder fünf Teile ausklappen.
  • Den Zollstock zusammen mit dem angesteckten Papier über die linke Schulter legen, das Papier dabei immer festhalten.
  • Sich mit dem Rücken zur Sonne stellen.
  • Die Brille in die rechte Hand nehmen.
  • Die Brille längs des Zollstocks so verschieben, dass auf dem Zielkreis ein scharfer Lichtpunkt entsteht.
  • Die Position der Brille auf der Zollstock-Skala ablesen.
  • Damit sind wir fertig, denn das ist die gesuchte Brennweite!
  • (Wenn Sie dagegen absurd hohe Werte ablesen, haben Sie evtl. den Zollstock falsch herum eingesteckt. An der Stelle, wo er auf die Papierfalte trifft, muss die Null auf der Skala sein und nicht das Ende, was meistens zwei Meter sind.)
Dann noch viel Erfolg mit dem Basteln und Anwenden!




↑ Seitenanfang/Top of page  /   DSGVO,   © Copyright Dr. Peter Kittel, Frankfurt/M, 2020, 2021, 2022, 2023, 2024, 2025, 2026